Erfahrungsbericht Stefan Lenz

Juli 2017

Mit Sohn unter den Sternen des Südens

Viele Nächte wenig Schlaf mit einem 11jähringen Jungen? Weit weg in Afrika, auf einer Farm am Rande der Khalahari, um „nur“ Sterne zu gucken?! Vor 2 Jahren hatte ich einfach gebucht, ohne grosse Vorbereitungen in Sachen Astrofotografie und wollte nun „mehr“. Wegen der Schulferien ging es erst im Juli los und nach einer etwas anstrengenden Nacht im Flieger erreichten wir die wunderbar klare Nacht in Windhuk bei minus 3 Grad und wurden Zeuge eines farbenprächtigen Sonnenaufgangs samt Giraffen auf der Hinfahrt.

Mit Sohn unter den Sternen des Südens
Mit Sohn unter den Sternen des Südens

Bei Ankunft erwartete uns eine herzlich warme Begrüssung, ein super gemütliches Chalet und lecker Cafe (für Papa) und Saft (für Sohn) zum Aufwären vor dem Feuer. Winter in Afrika! 11 Nächte unter Sternen erwarteten uns! Die Einweisung durch einen der nettesten Betreuer überhaupt, Frank Sackenheim, war kurz und gründlich: Auf einer Plattform die Vixen New Atlux, nebenan bekamen wir unseren 14-Zoll Dobson geliefert: es konnte losgehen. Tagesablauf war in etwa so: Frühstück vor 11 Uhr, fast immer mit Spiegelei „sunny side up“, Ball und Frisbee spielen auf der Landebahn der Segelflieger neben dem Chalet, bei Hunger Mittag um 12:30 Uhr und um 14:30 Uhr Cafe & Kuchen, 17 Uhr Abendessen, gegen 18 Uhr raus zu den Plattformen, zwischen Mitternacht und 3 Uhr Julian ins Bett bringen, später alles abbauen und selber ins Bett. Die Atmosphäre unter den „Astros“ war sehr nett, jeder war äusserst hilfsbereit und zu lachen gab es auch einiges. Dazu kamen fast täglich „normale“ Gäste auf die Farm, die meistens nur eine Nacht blieben. Kleinere Gruppen waren ziemlich interessiert was wir so machen und kamen manchmal vorbei und es gab die eine oder andere Sternführung mit Fotos und „Das-erste-malgesehen-Wahnsinn!“-Emotionen.

Abendessen der Astros
Abendessen der Astros
Chalet mit Mondsichel und Merkur
Chalet mit Mondsichel und Merkur

Mein Sohn Julian schreibt an seinen Patenonkel: „…Nach dem Abendessen zurück ins Chalet und anziehen. Dann zu den Stationen und alles aufbauen. An manchen Tagen hatten wir einen Dobson, da haben wir Objekte angeguckt wenn belichtet wurde (meist 10 mal 10min vorher aber Fokus bei jedem Objekt checken, mit einer bartinov Maske). Im dobson haben wir sowas wie Omega centauri, Saturn, Jupiter, Schmuckkästchen und vieeeeeeeeles mehr gesehen. Dieser Himmel ist einfach Wahnsinn!!! Fast jede Nacht haben wir uns in Liegestühle gesetzt, dass wahr auch sehr schön. Manchmal hab ich auch Diabolo gespielt, gecubet oder gelesen (Percy Jackson). Neben den Stationen gab es auch so eine Hütte wo man Brote oder Suppe essen konnte und sich zu trinken kaufen konnte, da musste man nichts mitnehmen. Und irgendwann in der Nacht geht man dann ins Bett…“

Chalet mit Milchstrasse
Chalet mit Milchstrasse
Am 20 Zoll Dobson
Wir am 20 Zoll Dobson

Meinen Sohn dabei zu haben hat das Ganze dort deutlich schöner gemacht für mich, wenn auch die Stunden unter Sternhimmel weniger waren um alleine nach Belichtungszeiten, scharfen Sternen im Fokus und perfekten Bildern zu jagen. Frank gab uns diese tollen Liegestühle und wir brachten Decken mit, um stundenlang neben den Aufnahmen in ihnen zu liegen und diese wahnsinnig helle Milchstrasse zu betrachten, wie sie langsam ihren weiten Bogen über den Himmel vollzog. In einer Nacht sahen wir über 100 Sternschnuppen, mehr als in jeder Perseidennacht in Deutschland bisher, dabei einige richtig helle. Die hellste warf Schatten auf dem Boden, die sah ich nur indirekt und Julian schlief, was manchmal relativ schnell passierte, eingewickelt und den Sternen.

Mit Sohn unter den Sternen des Südens
Mit Sohn unter den Sternen des Südens
Papa checkt die Daten, Sohn perfektioniert seine Zauberwürfel Technik unter erschwerten Bedingungen, oder spielt Diabolo auf den Gehwegen. Am besten ist es jedoch, schön warm eingepackt einfach da zu sein, sein Sternzeichen Schütze so hell oben im Zenit zu sehen…
Schöner Anblick auf dem Weg ins Chalet
Jeden Abend einer neuer schöner Anblick auf dem Weg ins Chalet.
Premiere für das Riesenbino Frank hat das Riesenbino zum Test aufgebaut, wir durften auch durchschauen
Premiere für das Riesenbino: Frank hat das Riesenbino zum Test aufgebaut, wir durften auch durchschauen.
Premiere für das Riesenbino Frank hat das Riesenbino zum Test aufgebaut, wir durften auch durchschauen
Premiere für das Riesenbino: Frank hat das Riesenbino zum Test aufgebaut, wir durften auch durchschauen.
Cafe & Kuchen
14:30 Uhr, Cafe & Kuchen, Zeit um die Aufnahmen zu checken…
Aufnahmen Checken

Ausserdem im Program: Sundowner mit Tieren und Wildkatzen gucken:

Sundowner mit Tieren und Wildkatzen
Sundowner mit Tieren und Wildkatzen
Sundowner mit Tieren und Wildkatzen
Sundowner mit Tieren und Wildkatzen
Sundowner mit Tieren und Wildkatzen 5
Sundowner mit Tieren und Wildkatzen 6
Sundowner mit Tieren und Wildkatzen 7

Bisher war ich nicht bereit, gross in Sachen Astrofotografie zu investieren, um mit teuren Monochrom-CCDs und Filtern zig Stunden mit austarierten Instrumenten zu belichten, sondern weitestgehend mit dem, was ich habe. Frank sagte er hätte sein FSQ106 zwei Tage lang zum Sensor seiner Kamera ausgerichtet. Eine Software berechnet die FWHM (Schärfe) aller Sterne über den Sensor verteilt, dann wird feinjustiert bis es passt. Krass! Und dennoch bin ich tief beeindruckt von den Ergebnissen mit meiner DSLR. Mein Fazit: Sehr gut geeignet für Anfänger& Fortgeschrittene – sogar mit (interessiertem) Anhang☺.

„Die Bilder sind Hammer. Wenn ich so ein Bild sehe, denke ich immer an ein Riesenteleskop im All. Und nicht an eine Nikon mit gerade mal 400mm auf der Erde“, Dani, Schweiz

„Such a wonderful universe that makes me feel like an small ant… fascinating universe. So inspiring ☺“, Xavier, Malaysia

Sternenaufnahmen
Sternenaufnahmen
Sternenaufnahmen
Sternenaufnahmen

Aufnahmen: Nikon D810A, 400mm bei f/4, ISO 800, 10 mal 10 min, Vixen New Atlux , MGEN Autoguider, auf Kiripotib,Namibia im Juli 2017. Software: Astro Pixel Processor, Lightroom.

Fotos & Text: Stefan Lenz

Journey Description

From Windhoek you follow the B6, which skirts the beautiful Auas Mountains (follow directions to the International Airport). After about 24 km, turn right on to the C23 (direction Dordabis). From Dordabis you take the gravel road C15 / MR33 (direction Uhlenhorst). At Klein Nouas, you pass an old white tower on the right hand side. From here you drive straight on to the D1448 for about 12 kilometres – the entrance to the  Kiripotib farmstead is on the right hand side (well signposted).  
 
From the International Airport Windhoek you drive in the direction of Windhoek and, after about 20 km, you turn left onto the C23 (direction Dordabis). From Dordabis, follow the directions as outlined above.
 
If you are travelling from the South, take the C15 / MR33 to Uhlenhorst and from there travel towards Dordabis. About 20 km beyond Uhlenhorst (before you reach Dordabis) you turn right onto a small gravel road D1219 until you reach a t-junction – some 23 km.  From there you turn left and drive on the D1448 for about 8 km until you reach Kiripotib.